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Albrecht II., Herzog von Österreich |
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Der Hl. Bruno, Begründer des Kartäuserordens |
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Kartause Gaming - historische Ansicht |
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Kartause Gaming - historische Ansicht |
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Die Kartause Gaming
Das ehemalige Kartäuserkloster wurde von Albrecht II., Herzog von Osterreich, gegründet. 452 Jahre lebten hier die Kartäuser, genannt "Weiße Mönche". 1984 ging die Kartause in Privatbesitz über und wurde sorgfältig restauriert. Es entstand hier wieder eines der bedeutendsten und schönsten Kulturdenkmäler Mitteleuropas.
In der Kirche "Maria Thron" ist der Mitbegründer von Österreich, Herzog Albrecht II., mit seiner Gemahlin Johanna von Pfirt sowie Elisabeth von Böhmen, die Tochter Kaiser Karls IV, bestattet.
Zeittafel zur Bau- und Wirkungsgeschichte der Kartause "Mariathron' in Gaming
1330 Ausstellung des Stiftsbriefes zur Gründung der Kartause Gaming am 24. Juni 1330, als Ort der Gründung wird ein Tal genannt, welches Juxta villam quae Gemnich dicitur gelegen ist; in Erinnerung an ein Gelübte von 1322, nach teilweiser Genesung nach einer Erkrankung mit teilweiser Lähmung.
1332 Am 13. August 1332 erfolgte die Grundsteinlegung zum Bau der Klosterkirche.
1333 Päpstliche Bestätigung durch die Bulle vom 3. Oktober 1333 mit einer Reihe von Privilegien, die sich in den nächsten Jahren an diese Bestätigung anschlossen und somit den Kartausen von Mauerbach und Gaming jene Vorrechte und Auszeichnungen zuteil wurden, deren sich die übrigen Kartäuserklöster bereits erfreuten.
1337 Aufnahme der neuen Stiftung in den Ordensverband beim Generalkapitel des Ordens.
1340 Weihe des Kapitelsaales aufgrund des baulichen Kontextes des Kapitelsaales (in seiner Eigenschaft als unterer Kapellenraum der südseitigen Doppelkapelle) mit dem Baukörper der Klosterkirche mit den ostseitigen, den Altarraum flankierenden Doppelkapellenpaaren muß damals der Kirchenbau bereits im architektonischen Bereich abgeschlossen gewesen sein.
1342 Weihe der Klosterkirche zu diesem Zeitpunkt muß auch das (heute verschollene) Gaminger Antependium gestiftet worden sein.
1351 Die Gemahlin Herzog Albrechts II., Johanna von Pfirt (Jeanne de Ferretes), verstarb am 15. November 1351 und wurde in Gaming begraben.
1352 Nach einem etwa zwanzigjährigen Bestehen des Klosters seit der Gründung bemühten sich Prior und Konvent um eine Bestätigung der Sentenz "pro prima dote" aus der Gründungsurkunde im Sinne einer klaren Rechtssicherheit, um den Besitz ungestört nützen zu können. Man darf daraus schließen, daß, als Herzog Albrecht Il. diesem Begehren am Lichtmeßtag 1352 willfuhr, ein entsprechender Abschluß durch den Stifter erreicht worden war. Dieses Dokument erfuhr eine zweimalige Bestätigung durch Kaiser Karl IV.: 1352 "sub simplici sigillo".
1357 Zweite Bestätigung des zuvor genannten Dokumentes durch Kaiser Karl IV.: "sub bulla aurea".
1358 Herzog Albrecht II. verstarb am 20. Juli 1358 und wurde am 23. Juli 1358 an der Seite seiner Gemahlin in der Gruft unter dem zweiten Priorat des bedeutenden Kartäuser-Schriftstellers Konrad von Haimburg (13501354, 13581360) der Kartausenkirche in Gaming bestattet. Der älteste Sohn Herzog Albrechts II., Herzog Rudolf IV., bestätigte im gleichen Jahr die Privilegien und Besitzungen des Klosters, verfolgte jedoch sonst, auch auf kirchlichem Sektor, andere Vorstellungen und Ziele. Spätestens zu diesem Zeitpunkt, wahrscheinlich aber bereits 1352, war die Kartause nicht nur baulich längst vollendet das Baugeschehen dürfte mit der Weihe der Kirche abgeschlossen gewesen sein , sondern auch komplett ausgestattet. Mit dieser Kartausengründung ist jedenfalls auch ein Teilaspekt jener Entwicklung vollzogen worden, die nach dem Scheitern der dynastischen Pläne König Friedrichs des Schönen mit Herzog Albrecht 11. die ersten Schritte brachte, mit der die Habsburger in den österreichischen Ländern heimisch zu werden begonnen hatten. In der Folgezeit geistige Entfaltung des Ordenslebens auch in schriftstellerischer und wissenschaftlicher Tätigkeit mit engsten Beziehungen zur Wiener Universität bis ans Ende des 15. Jh.
1371 Bestätigung der Privilegien durch Herzog Albrecht III.
1373 Bestattung der ersten, 1373 verstorbenen Frau von Herzog Albrecht III., Prinzessin Elisabeth von Böhmen.
1453 Drei Klafter unterhalb des in situ fast komplett auch heute noch bestehenden polychromierten Kreuzrippengewölbs aus der Erbauungszeit der Klosterkirche (13321340), also etwa sechs Meter darunter, wurde ein spätgotisches (in der älteren Literatur fälschlich als barockes Tonnengewölbe mit Stichkappen bezeichnetes) Kappengewölbe eingezogen.
1451 bis 1457 In diesem Zeitraum wurde die der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geweihte (heute profanierte) Friedhofskapelle im nordöstlichen Bereich des großen Klosterhofes errichtet und mit zwei kleinen, ehemals querhausartig hervortretenden Seitenkapellen als Paraphrase zur großzügigen Chorlösung mit den DoppelkapellenPaaren der Klosterkirche entsprechend aufwendig gestaltet, wobei diese Seitenkapellen an der Friedhofskapelle heute fehlen.
1451 bis 1458 Wirkungszeit des aus Straßburg stammenden Priors Nikolaus III. Kempf, der zuvor an der Wiener Universität zum Magister graduiert worden und als Universitätsprofessor ebendort tätig war.
1458 bis 1483 Wirkungszeit des aus dem reichen und hochangesehenen Geschlecht der Phantzagel stammenden Priors Sigismund, der gleichfalls Magister der freien Künste war. Unter seinem Priorat erlebte die Kartause die absolute Höchstzahl an Professen (39), wobei noch weitere (13) hinzuzuzählen sind, die, entweder als Prioren, oder als Hospitanten in anderen Kartausen tätig waren. Nicht weniger als neun Gaminger Professen standen damals in anderen Kartausen als Prioren vor. Zum Unmut des Mutterklosters, der Grande Chartreuse bei Grenoble, war damals die Kartause Gaming größer als jenes Stammhaus.
1529 Auf Befehl von Kaiser Ferdinand I. mußte wegen der Türkennot der vierte Teil des Klostervermögens abgetreten werden.
1532 Während der Türkenkriege erlitt die Kartause schwere Einbußen bei den Besitzungen im Wiener Raum, der Türkenansturrn konnte jedoch vor Gaming erfolgreich abgewehrt werden, weshalb die Klosteranlage nicht beschädigt worden war. In der Folgezeit wohl kaum Probleme hinsichtlich der Ordensaustritte aufgrund der reformierten Lehre Martin Luthers, jedoch Schwierigkeiten mit den aufständischen lutherischen Untertanen.
1585 1591, 1597 Errichtung der Arkadenbögen am Osttrakt des Prälatenhofes. Errichtung des inneren Portals zum Kartäuserkeller im Westflügel des Prälatenhofes. Höhepunkt der Unruhen seitens der lutherischen Untertanen, Prior Paulinus Maringius wurde zweimal gedemütigt. Nach der Rebellion tritt wieder allmählich Beruhigung ein und nach dieser konsolidierenden Phase nahm das Klosterleben wieder neuen Aufschwung.
1609 bis 1640 Umfassende Umbau und Ausstattungstätigkeiten unter dem Prior Hilarion Danichius (Danisius): Errichtung der Arkaden und des Mittelrisalites am Westflügel des Prälatenhofes (1625), Umgestaltung der Hoffassaden im Prälatenhof und im Bibliothekshof, Errichtung der neuen Bibliothek (Portal 1619 datiert), Vergrößerung von vier Zellenhäusem am Südende des Westflügels im großen Klosterhof durch Umwandlung zu Doppelzellenhäusern, Errichtung eines neuen Kirchenportales aus Peutenburger Marmor (1632 datiert), Stuckdekor im Prälatensaal (etwa um 1630/40).
1670 Erhebung der Prioren von den Kartausen in den Prälatenstand (jedoch ohne Pontifikalien) durch Kaiser Leopold I.
1702 bis 1739 Innerhalb dieser Wirkungszeit des aus Böhmen stammenden Priors Joseph Kristelli von Bachau wurde die barocke Bibliothek im Westteil des Südflügels des Bibliothekshofes erbaut und der anschließende Westtrakt desselben Hofes für Bibliothekszwecke adaptiert: Vor allem die freskale Ausstattung durch den hochbedeutenden Prager Maler Wenzel Lorenz Reiner (1723 datiert, obwohl die archivalisch belegte Auftragserteilung und die Zahlungen erst von 1724 stammen), aber auch der Stuckmarmor und der Stuckdekor von dem Allgäuer Balthasar Haggenmüller (1724, schriftlicher Auftrag jedoch erst von 1725) und die ergänzenden Malereien in den Fensterlaibungen von J. G. Schreyer bilden einen signifikanten Akzent.
1742 bis 1746 Umgestaltung des Kircheninnenraumes mittels Stuckierung und Freskierung, sowie hinsichtlich der Einrichtung, unter Prior Johann VIII. Jerumb (17391757).
1782 Aufhebung der Kartause Gaming durch ein am 27. Jänner 1782 von Prior Stephan Braun entgegengenommenes Dekret von Kaiser Joseph 11.,
1797 Überführung der sterblichen Überreste der Stifter in die Pfarrkirche Gaming: Am 26. Jänner 1782 traf abends die Aufhebungskommisson in Gaming ein. Nachdem die Kartäuser das Kloster verlassen hatten, setzte bald eine Verwahrlosung und ein Verfall des Gebäudes ein. Schwer wurde die Klosterkirche in Mitleidenschaft gezogen. Alles was brauchbar und an Einrichtungen disponibel war, wurde in alle Richtungen verschleppt. Diese Umstände der Aufhebung erscheinen in ihrer Härte heute unverständlich. Man setzte sich bedenkenlos über die Ordensregeln hinweg und entließ Mönche, die schon durch viele Jahre ein Eremitenleben geführt hatten, in eine ihnen fremd gewordene Welt. Noch ärmer waren die Klosterbediensteten, sie wurden zu obdachlosen Bettlern. Durch die Aufhebung der Kartause Gaming war nicht nur den Bewohnern des Klosters, sondern vielen anderen Menschen großer Schaden zugefügt worden. Kaum war die gesamte Klosteranlage in Staatshand, begann das Unglück. Man versteigerte das Wirtschaftsgebäude ebenso wie das Vieh. Das Dienstpersonal wurde weil überflüssig - größtenteils entlassen. Das Klostergebäude selbst ging in wenigen Jahren dem Verfall entgegen, da zu seiner Erhaltung nichts mehr getan wurde.
1825 Am 12. September kaufte Graf Albert Festetics de Tolna die Kartause Gaming um 100.000 Gulden. Der Sohn, Graf Festetics, verkaufte einen beträchtlichen Teil des Jagdgebietes an die Aktiengesellschaft für Forstindustrie um 1,320.000 Gulden. Die Gesellschaft für Forstindustrie wurde nach einem Finanzkrach im Jahre 1875 liquidiert und der Besitz wurde an Albert Freiherr von Rothschild verkauft.
1915 Erwerbung der Kartause durch das Benediktinerstift Melk unter Abt Amand John (1909-1942).
1983 Am 5. August verkaufte das Stift Melk die Kartause Gaming ohne Wald an Arch. Dipl.Ing. Walter Hildebrand, der seit dieser Zeit mit großem finanziellen Einsatz und persönlichem Engagement die Kartause renoviert hat und mit Ausstellungen und Veranstaltungen wissenschaftliche Aktivitäten gesetzt hat.
1985 Rückführung der Gebeine der Stifter am 13. April 1985.
1990 Errichtung der europäischen Expositur der Franziskanischen Universität Steubenville (Ohio, USA).
1991 NÖ Landesausstellung “Kunst des Heilens” in der Kartause Gaming
1995 Gründung des Language and Catechetical Institut (Sprachinstitut) durch die Franziskanische Universität aus Ohio.
1997 Das Internationale Theologische Institut für Studien zu Ehe und Familie übersiedelt von Holland nach Gaming und mietet sich in der Kartause ein.
2009 Das Internationale Theologische Institut für Studien zu Ehe und Familie erwirbt und übersiedelt in das Schloss Trumau (ehemaliger Besitz des Stiftes Heiligenkreuz).
2009 Die europäischen Expositur der Franziskanischen Universität Steubenville (Ohio, USA) in der Kartause Gaming wird um eine Lehrkanzel für Wirtschaftsstudien erweitert. |