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Hl. Bruno im Gebet versunken |
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Bruno mit Gefolgsleuten |
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Bruno besichtigt einen neuen Klosterstandort in Rom |
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Weihe der Kirche in Chatreuse |
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Bruno erfährt von seiner Berufung nach Rom |
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Bruno vor dem Hl. Stuhl |
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Bruno trifft auf den späteren Gönner Graf Roger in Kalabrien |
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Bruno besichtigt einen neuen Klosterstandort in Rom |
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Bruno am Sterbebett |
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Der heilige Bruno und der kartäuserorden
Die Gründung der Großen Kartause geht auf den heiligen Bruno von Köln zurück (um 1030 – 1101). Das einsame Hochtal des Gebirgsmassivs der Grande Chartreuse sollte dem Orden den Namen geben (lat. Cartusia, deutsch „Kartause“). Der heilige Hugo (+ 1132) geleitete sie am 24. Juni 1084 dorthin. Nur sechs Jahre konnte der heilige Bruno dort verbringen, denn ein ehemaliger Schüler von Reims hatte inzwischen als Urban II. (1088 – 1099) den päpstlichen Stuhl bestiegen und wünschte seine früheren Lehrer als Ratgeber an der Seite zu haben. Bruno gehorchte dem Ruf des Stellvertreters Christi, obwohl daraufhin seine Gefährten sich zerstreuen wollten. Nur mit Mühe gelang es ihm einige zum Bleiben zu bewegen. „Nach dem Zeugnis der ältesten Tradition war Brunos Aufenthalt an der päpstlichen Kurie nur kurz. Nach langem Bitten erlangte der heilige Bruno von Urban II. schließlich die Erlaubnis, in den Bergen Kalabriens eine neue Einsiedelei gründen zu dürfen. „Die Erstlingsgründung Brunos in der Chartreuse dagegen blieb dem Ideal ihres Gründers nicht nur treu, sondern zog auch andere Einsiedlergemeinschaften an.“
Ein rein kontemplativer Orden
Der Kartäuserorden stellt eine eigenständige Form des Monastischen Lebens in der Katholischen Kirche dar. Er verbindet harmonisch eremitisches mit zönobitischem Leben. Das Kartäuserleben ist schwerpunktmäßig Einsiedlerleben. Die äußere Einsamkeit der Zelle, wie die Klausen genannt werden, ist sehr wichtig für das innere Schweigen, das die Öffnung auf Gott hin ermöglichen soll. Der Kartäuser will durch sein Schweigen ein leeres Gefäß sein, das er Gott hinhält, damit Seine Barmherzigkeit es mit dem Göttlichen Leben erfüllt. Der Kartäuserorden hat aber auch ein Apostolat: die Kirche hat ihm das Apostolat des Gebets aufgetragen und ihn zu diesem Zweck von jeder anderen Seelsorgstätigkeit befreit.
Von der Chartreuse zum Kartäuserorden
Das Kartäuserleben unterscheidet sich jedoch „vor dem Hintergrund des Mönchtums der Wüstenväter in einigen Nuancen: durch die Aneinanderreihung der Zellen der Einzelnen, durch eine maßvolle Askese ohne außerordentliche Bußübungen, durch ein reichhaltiges liturgisches Leben eines ausgedehnten Stundengebets, durch intellektuelle Arbeit des Abschreibens von Handschriften.“
Das Leben der Kartäuser
Der eigentliche reguläre Aufenthaltsort des Kartäusers ist die Zelle, die er nur ungern verlässt, da seine Berufung im Alleinsein mit Gott besteht. Der Kartäuser verlässt seine Zelle an Wochentagen nur, um dreimal am Tag in der Kirche Gottesdienst zu feiern.
Die Ordensstatuten betonen auch die Wichtigkeit einer sinnvollen Beschäftigung: Lesen, Schreiben, Psalmengesang, Beten, Betrachten, Beschauung und Handarbeit. Der Kartäusertag in der Zelle ist sehr abwechslungsreich: ein harmonischer Rhythmus von Gebet und Betrachtung, von Studium und Handarbeit wechseln sich ab: ora et labora. Der Kartäuser kennt keine Langeweile, im Gegenteil, der Tag ist ihm viel zu kurz.
Tagesplan des Mönche
22.45 bis 8.45 Uhr Nacht: Marienmetten in der Zelle, Tagesmetten in der Kirche, Marien- und Tagesprim, Engel des Herrn, Anbetung, Konventamt, Stille Messe, Geistlliche Lesung
9.10 bis 15.00 Uhr Vormittag: Marien- und Tagesterz, Studium Handarbeit,
Marien- und Tagessext, Mittagessen, Erholung, Marien- und Tagesnone, Studium, Handarbeit, Marienvesper
15.00 bis 22.45 Uhr Nachmittag: Tagesvesper in der Kirche (Totenoffizium), Studium, Abendessen im Sommer, etwas Brot und Getränk im Winter, Recollection, Marien- und Tageskomplet
Die Kartäuser weihen ihr Leben dem Gebet und dem Suchen nach Gott in der Verborgenheit des Herzens. Sie beten für die Kirche und das Heil der ganzen Welt.Ihre Lebensgestaltung erstreckt sich auf drei Bereiche:
- Das Stillschweigen; Die Einsamkeit; Das Verbleiben in der Zelle.
- Das gemeinsame liturgische Gebet in der Kirche, dreimal am Tag sowie einige gemeinsame Begegnungen mit den Mitbrüdern.
- Eine eigene Liturgie, die ihrer Lebensart und ihrer kleinen Zahl angepasst ist.
Die Einsamkeit der Kartäuser schließt eine Trennung von der Welt, die durch die Klausur verwirklicht ist, mit ein. Das zeigt sich unter anderem so :
- Verzicht auf jedes interne und äußere Apostolat.
- kein direkter Zugang zu den Medien.
- ein bis zwei Besuche der nächsten Verwandten im Jahr.
- jede Woche ein gemeinsamer Spaziergang.
Gebet, Meditation und Arbeit folgen sich mit großer Regelmäßigkeit, im Rhythmus des liturgischen Jahres und der Jahreszeiten.
Das Gemeinschaftsleben
"Die Gnade des Heiligen Geistes vereinigt die Einsiedler nämlich so miteinander, dass sie in der Liebe zu einer Gemeinschaft nach dem Bild der Kirche werden, die an vielen Orten als die eine besteht." Statuten 21.1
Die Einsamkeit der Kartäuser ist nicht total, sondern wird mit einem Maß Gemeinschaftsleben ausgeglichen, in besonderem durch die gemeinsame Eucharistiefeier, die langen nächtlichen Vigilien und die Vesper.
Sonntags kommt das Gemeinschaftsleben stärker zum Ausdruck im gemeinsamen Mittagessen und in der Rekreation ; der wöchentliche Spaziergang erlaubt sowohl die Begegnung mit den Mitbrüdern als auch die Entspannung im Kontakt mit der freien Natur.
Das wirtschaftliche Umfeld
Auch wenn die Kartäuser die Welt verlassen haben, entziehen sie sich nicht den allen Menschen geforderten Bedingungen. Sie müssen also für ihre Bedürfnisse sorgen, die ein Leben der Armut und Strenge mit sich bringt.
Die Brüder in ihren Werkstätten (Obedienzen) und mit Einschränkung die Patres in ihren Zellen bemühen sich gemeinsam um eine geregelte Bewirtschaftung des Klosters.
Jede Gemeinschaft ist wirtschaftlich selbständig und soll grundsätzlich für ihren Unterhalt aufkommen, vorwiegend durch Landwirtschaft, Handwerk, Meßstipendien..
Auf der Ordensebene gibt es ein Ausgleichssystem, durch das ärmere Häuser Unterstützung erhalten, vor allem dank der Herstellung von Likör.
Der Orden Heute
1984 feierten wir die 900-Jahr-Feier des Tages, an dem unser Vater, der heilige Bruno, die Einöde der Chartreuse betrat und als erster den Weg beschritt, auf dem wir mit der Hilfe Gottes noch heute gehen wollen.
Der ununterbrochene Fortbestand unseres Ordens durch die Wechselfälle der Geschichte hindurch ist ein Zeichen der Fürsorge Gottes für ihn.
Heute gibt es 19 Häuser von Kartäusern (mit ungefähr 370 Mönchen) und 5 Häuser von Kartäuserinnen (mit ungefähr 75 Schwestern). Diese letzteren befinden sich in Frankreich, in Italien und in Spanien. Die Häuser der Mönche befinden sich in Europa, in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika. In Argentinien befindet sich ein Haus im Aufbau (seit 1997).
Nach dem Aufruf Johannes Paul II die Institute des kontemplativen Lebens auch in den jungen Kirchen anzusiedeln, wurde vom Generalkapitel jetzt beschlossen ein Kartäuserkloster in Korea zu verwirklichen.
An oberster Stelle steht im Kartäuserorden das Generalkapitel, das alle zwei Jahre in der Großen Kartause abgehalten wird. Die Große Kartause ist die "Mutter und Quelle des ganzen Ordens".
Während dieses Kapitels bildet das Definitorium, das aus acht Mönchen besteht, die von den Prioren (d.h. den Oberen) der Häuser gewählt werden, eine Art Exekutive und die Vollversammlung die Legislative. Zwischen zwei Kapiteln wird der Orden vom Prior der Großen Kartause, den man den "Reverendus Pater" nennt und der von einem Rat unterstützt wird, geleitet. Schließlich ist noch ein weiteres Element der Leitung des Kartäuserordens sehr wichtig: die Einrichtung der Visitatoren: alle zwei Jahre wird jedes Haus von zwei Patres, die gewöhnlich Prioren anderer Kartausen sind, visitiert.
Die Statuten
Bruno war für seine Brüder ein lebendes Beispiel, aber er hat ihnen keine Mönchsregel geschrieben. Er und seine ersten Nachfolger " … verharrten in der Schule des Heiligen Geistes und ließen sich durch die Erfahrung formen. Auf diese Weise erarbeiteten sie eine eigene Weise des Einsiedlerlebens, die den folgenden Generationen nicht schriftlich sondern durch das Beispiel überliefert wurde. "Statuten 1.1
Guigo legte die Gewohnheiten die in der Großen Kartause befolgt wurden, schriftlich nieder: das ist des erste Text der Kartäuserregel. Mit der Zeit wurden Hinzufügungen oder Änderungen notwendig. Neue Bedingungen von Zeit und Ort erforderten eine Anpassung.
Sehr bald nannten die Kartäuser ihre Lebensregel die Statuten.
Nach dem zweiten vatikanischen Konzil wurden 1971 und1973 die "Erneuerten Statuten des Kartäuserordens" abgefasst. Um sie dem Codex des canonischen Rechts von 1983 anzugleichen, wurden diese Statuten aufs neue durchgesehen und wurden damit die vom Generalkapitel 1987 gebilligten "Statuten des Kartäuserordens".
Diese Statuten, die für uns ein richtiggehendes Kompendium der Mönchsspiritualität darstellen, sind für uns die Überlieferung eines Gebetsweges. Sie führen uns zur Kontemplation oder "köstlichen Erkenntnis" Gottes, der unser ganzes Leben geweiht ist ("Köstliche Erkenntnis": Ausdruck von Guigo II, Kartäuserautor des 12. Jahrhunderts).
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